Mein Urlaub ist vorbei und ich bin seit vergangenem Samstag wieder zurück in “dieser großartigen Stadt” … So habe ich vor etwa sieben Monaten meinen ersten Artikel über Calvins Hauptwerk „Unterricht in der christlichen Religion” begonnen. Ich bin immer noch in dieser Stadt, die, so Gott will, am 1. Mai einen neuen Bürgermeister bekommt. Ich bin mit meiner Forschung gut vorangekommen. Aber vor allem bin ich in der Gnade des Herrn gewachsen und habe nun ein weitaus tieferes Verständnis von seinem Wort, als zuvor. Heute bringe ich die Serie über die Institutio mit dem Kapitel über die weltliche Regierungsform zu Ende. Ich kann jedem gläubigen Mann und jeder gläubigen Frau dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen. Die deutsche Version gibt es in der 6. Auflage ab € 85,- vom Neukirchener Verlag und es erwarten den Leser stolze 1238 Seiten, gepackt mit biblischer Analyse, die die Welt veränderte. Ich habe mich mit der günstigeren englischen Version begnügt. Wie auch immer: ein absoluter Kauf!

Institutio IV, Kapitel XX
Nun gibt es also bei den Menschen zweierlei Regierungsformen: die innere, die in Beziehung zum ewigen Leben steht, und die äußere, die die bürgerliche Gerechtigkeit gestaltet. Calvin stellte stets klar, dass beide von ihm mit vollem Recht verbunden wurden, dass die Not ihn dazu drängt, weil
unsinnige und barbarische Menschen diese von Gott eingesetzte Ordnung wütend umzustoßen trachten.
Calvin hat mit seinem starken Fokus auf Kirchenzucht nicht nur daran gearbeitet, diese Ordnung zu erhalten, sondern damit wahrscheinlich auch die Grundlage unserer modernen Demokratien geschaffen (mehr dazu im Vortrag von Dr. Martin Erdmann auf der diesjährigen Verax Konferenz). Desweiteren hat er sich auch stark gegen jene ausgesprochen, die nach dem Motto „Kein König außer Christus” versucht haben, jegliche weltliche Regierung abzuschaffen. Calvin jedoch war klar, dass jeder, der zwischen Leib und Seele, zwischen dem gegenwärtigen, vergänglichen Leben und dem kommenden, ewigen zu unterscheiden weiß, auch ohne Schwierigkeiten begreifen wird, dass Christi geistliches Reich und die bürgerliche Ordnung zwei völlig verschiedene Dinge sind.
Diese Unterscheidung hat allerdings nicht den Sinn, dass wir das bürgerliche Leben als etwas ’schmutziges’ betrachten, das einen Christen nichts anginge. Aber wir wir schon festgestellt haben, dass beide Regierungsformen grundverschieden sind, so müssen wir auch wissen, dass sie in keiner Hinsicht zueinander im Widerspruch stehen.
- Das Reich Christi lässt zwar schon Anfänge des himmlischen Reiches auf Erden in uns beginnen,
- die bürgerliche Regierung aber hat die Aufgabe, die äußere Verehrung Gottes zu fördern und zu schützen, unser Leben auf die Gemeinschaft der Menschen hin zu gestalten, unseren Frieden und die öffentliche Ruhe zu erhalten gesunde Lehre der Frömmigkeit und den Stand der Kirche zu verteidigen.
Wenn es nun Gottes Wille ist, dass wir, während wir der himmlischen Heimat zustreben, auf Erden unsere Pilgerreise mit den oben genannten Hilfsmitteln machen, so ergibt sich daraus, dass die, die diese dem Menschen wegnehmen, ihm auch sein Menschsein rauben.
Welche Zwecken hat die bürgerliche Ordnung also? Sie gewährleistet:
- dass sich Abgötterei, Gotteslästerung und Verunglimpfungen der Religion nicht weiter unter dem Volk verbreiten,
- dass die bürgerliche Ruhe nicht erschüttert wird,
- dass das Eigentumsrecht nicht angegriffen wird,
- dass der freie Handel unter den Menschen gewährleistet wird
- und dass die Ehrbarkeit und Bescheidenheit unter den Menschen gepflegt wird.
Die bürgerliche Regierung besteht denn nun aus drei Teilen:
- Der Obrigkeit
- Den Gesetzen
- Dem Volk
Die Obrigkeit
Wenn alle, die ein politisches Amt tragen, als „Götter” bezeichnet werden (Exodus 22:8; Psalm 82:1.6), bedeutet das doch, dass sie einen Auftrag von Gott haben. Diese Aussage ist keine Interpretation, sondern Christi Wort: „Wenn er jene Götter nannte, an die das Wort Gottes erging” (Johannes 10:35). Ebenso versichert Gott durch den Mund Salomos, dass es sein Werk sei, dass Könige und Fürsten regieren und Richter richten (Sprüche 8:14-16). Paulus sagt uns in Römer 12:6-8, dass die Leitung der Ämter eine von Gottes Gaben ist, zum Aufbau der Kirche. Es gibt keine staatlichen Gewalten als die, die von Gott geordnet sind (Römer 13:1). Die Fürsten selbst sind Diener Gottes (Römer 13:3-4).
Diejenigen, die die Anarchie einführen wollen unter dem Einwand, dass Christus allein über sein Volk herrscht, legen damit nicht nur ihre Unwissenheit, sondern auch ihre „teuflische Aufgeblasenheit” an den Tag. Sie maßen sich eine moralische Vollkommenheit und daraus folgend, eine politische Unabhängigkeit an, von der man auch nicht nur den geringsten Teil erkennen kann. Doch was antwortet man ihnen auf ihre Behauptung? David selbst fordert in Psalm 2:12 alle Könige und Oberen auf, Gottes Sohn zu „küssen”. Er rät ihnen damit aber nicht ihre politische Macht abzugeben, nein, sie sollen sie vielmehr Christus unterwerfen. Gleiches finden wir auch bei Jesaja: „Und Könige werden deine Wärter sein und ihre Fürstinnen deine Ammen” (Jesaja 49:23) und sehen, dass er sie als Schutzherren für Gottes Fromme einsetzt. Doch die herrlichste von allen Stellen ist 1. Timotheus 2:2, in der Paulus den Timotheus ermahnt, bei öffentlichen Versammlungen für die Könige zu beten und somit das Wohl der Kirche ihrem Schutz anbefiehlt.
„Der HERR aber sprach zu Samuel: Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir sagen! Denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, daß ich nicht König über sie sein soll” (1. Samuel 8:7). Wenn dieses Wort das der Herr über das Volk Israel gesprochen hat also die Wahrheit war, wie soll es dann heute weniger wahr sein bezüglich derer, die sich erlauben über sämtliche von Gott eingesetzte Ämter ihre Wut auszulassen?
Calvins Meinung bezüglich der Regierungsform war, dass die Aristokratie oder ein aus ihr und der bürgerlichen Gewalt (Demokratie) gemischter Zustand weit über allen anderen Formen stehen würden. Jedoch nicht aus ihrem intrinsischen Wert heraus, sondern eher weil es sehr selten vorkommt, dass die Könige sich soviel Maß auferlegen, dass ihr Wille niemals von Recht und Gerechtigkeit abweicht. Die Obrigkeiten müssen also mit allerhöchster Anstrengung danach streben, dass sie es nicht zulassen, dass die Freiheit, deren Beschützer sie sind, in irgendeiner Form verletzt oder gemindert wird.
Wenn sie dabei zu nachlässig sind oder zu wenig Sorgfalt walten lassen, dann sind sie treulos in ihrem Amte und Verräter an ihrem Vaterlande.
Die oberste Amtspflicht der Obrigkeit ist jedoch die Sorge für die Frömmigkeit und daraus schließt sich auch, dass alle Gesetze verkehrt sind, die Gottes Recht beiseite lassen und allein für die Menschen sorgen. Was nun die zweite Tafel der Zehn Gebote angeht, so gibt uns Gottes Wort auch hier den Weg vor: „Übt Recht und Gerechtigkeit und befreit den Beraubten aus der Hand des Unterdrückers! Und den Fremden, die Waise und die Witwe unterdrückt [und] vergewaltigt nicht und vergießt nicht unschuldiges Blut” (Jeremia 22:3), „Schafft Recht dem Geringen und der Waise, dem Elenden und dem Bedürftigen laßt Gerechtigkeit widerfahren! Rettet den Geringen und den Armen, entreißt ihn der Hand der Gottlosen!” (Psalm 82:3-4), „Und ich gebot euren Richtern in jener Zeit: Hört [die Streitsachen] zwischen euren Brüdern und richtet gerecht zwischen einem Mann und seinem Bruder und dem Fremden bei ihm! Ihr sollt im Gericht nicht die Person ansehen; den Kleinen wie den Großen sollt ihr hören. Ihr sollt euch vor niemandem fürchten, denn das Gericht ist Gottes Sache. Die Sache aber, die zu schwer für euch ist, bringt vor mich, daß ich sie höre!” (Deuteronomium 1:16-17), „Nur soll er sich nicht viele Pferde anschaffen, und [er] soll das Volk nicht nach Ägypten zurückführen, um sich noch mehr Pferde anzuschaffen, denn der HERR hat euch gesagt: Ihr sollt nie wieder auf diesem Weg zurückkehren. Und er soll sich nicht viele Frauen anschaffen, damit sein Herz sich nicht [von Gott] abwendet. Auch Silber und Gold soll er sich nicht übermäßig anschaffen. Und es soll geschehen, wenn er auf dem Thron seines Königreiches sitzt, dann soll er sich eine Abschrift dieses Gesetzes in ein Buch schreiben, aus [dem Buch, das] den Priestern, den Leviten, vor[liegt]. Und sie soll bei ihm sein, und er soll alle Tage seines Lebens darin lesen, damit er den HERRN, seinen Gott, fürchten lernt, um alle Worte dieses Gesetzes und diese Ordnungen zu bewahren, sie zu tun, damit sein Herz sich nicht über seine Brüder erhebt und er von dem Gebot weder zur Rechten noch zur Linken abweicht, damit er die Tage in seiner Königsherrschaft verlängert, er und seine Söhne, in der Mitte Israels.” (Deuteronomium 17:16-20), „Du sollst das Recht nicht beugen, du sollst die Person nicht ansehen und kein Bestechungsgeschenk nehmen. Denn das Bestechungsgeschenk macht die Augen der Weisen blind und verdreht die Sache der Gerechten.” (Deuteronomium 16:19).
Dies alles lässt sich unter den Schlagworten „Recht und Gerechtigkeit” zusammenfassen, wie es auch der Prophet Jeremia tut (Jeremia 21:12; 22:3). „Gerechtigkeit” bedeutet dabei, die Unschuldigen in seine Obhut zu nehmen, sie zu schützen, zu verteidigen und frei zu machen. „Recht” aber bedeutet, sich der Vermessenheit der Gottlosen entgegenzustellen, ihre Gewalt zu dämpfen und ihre Verbrechen zu bestrafen.
Aber jetzt kommen wir zu einer äußerst kontroversen Frage: Wenn es im Gesetz Gottes allen Christen verboten ist zu töten (Exodus 20:13; Deuteronomium 5:17; Matthäus 5:21), und wenn der Prophet vom heiligen Berg Gottes – der Kirche – weissagt, da werde man keinem mehr Leid und Schaden antun (Jesaja 11:9; 65:25), wie kann die Obrigkeit dann zugleich fromm sein und Todesstrafen verhängen?
Die Antwort darauf liegt darin, dass die Obrigkeit bei der Ausübung der Strafe nichts von sich selbst aus tut, sondern vielmehr Gottes eigenste Urteile vollstreckt. Das Gesetz des Herrn verbietet das Töten, aber damit der Mord nicht unbestraft bleibt, gibt der Gesetzgeber selbst seinen Dienern das Schwert in die Hand, damit sie es gegen alle Mörder gebrauchen. Uns muss dabei klar werden, dass hier nichts aus der unbedachten Vermessenheit der Menschen, sondern alles aus der Autorität Gottes heraus geschieht. „Sie [die staatliche Macht] trägt das Schwert nicht umsonst, denn sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe für den, der Böses tut” (Römer 13:4). Das war sicher auch das Gefühl, dass Moses hatte, als er an den Ägyptern Hand anlegte (Exodus 2:12; Apostelgeschichte 7:24), ebenso wie an dem Tag, an dem er 3000 Männer erwürgen lies, um den Frevel des Volkes zu bestrafen (Exodus 32:27-28). Nicht anders war es auch bei David, als er seinem Sohn Salomon gebot, Joab und Simei töten zu lassen (1. Könige 2:5-9).
Ich bin nicht der, der einer unangebrachten Härte das Wort reden wollte, bin auch nicht der Meinung, daß ein billiges Urteil gesprochen werden kann, wenn nicht stets jene beste und sicherste Ratgeberin der Könige Beisitz hat, jene Erhalterin des königlichen Thrones, wie Salomo sagt: die Milde (Sprüche 20:28).
Auf diese beiden Dinge aber muß die Obrigkeit sehen: einmal darauf, daß nicht gar zu große Strenge mehr verwundet als heilt, zum andern aber auch darauf, daß sie nicht durch ein abergläubisches Haschen nach Milde auf eine höchst grausame „Menschlichkeit” verfällt, wenn sie nämlich zu vieler Menschen Schaden in einer weichlichen, haltlosen Nachsicht zergeht.
Da nun auch Könige und Völker zur Vollstreckung dieser öffentlichen Strafen zu den Waffen greifen, kann man daraus schließen, dass es rechtmäßige Kriege gibt. Denn wenn ihnen die militärische Macht gegeben ist, um damit die Ruhe des Gebiets zu schützen, können sie diese Macht nutzen, um die Wut derjenigen zu dämpfen, die den gemeinsamen Frieden stören. Und dabei macht es nicht, ob es ein König ist oder ein Aufrührer aus dem Volk, der in ein fremdes Land, auf das er kein Anrecht hat, einbricht und es feindselig quält – sie müssen alle gleicherweise für Räuber gehalten und als solche bestraft werden.
Was nun aber mit denen, die meinen, dass es im Neuen Testament kein Zeugnis gibt, dass der Krieg eine Sache sei, die dem Christen erlaubt ist?
- Die Begründung für Kriege von einst, dauert auch heute noch an. Es gibt im Gegenteil keine Ursache, die die Obrigkeit davon abhalten könnte, ihre Untertanen zu beschützen.
- In den apostolischen Schriften darf man eine Behandlung solcher Sachen nicht suchen, da in ihnen nicht die Absicht besteht, die bürgerliche Regierung zu gestalten, sondern Christi geistliches Reich aufzurichten.
- Christus hat durch sein Kommen diesbezüglich keinerlei Veränderung gebracht! Denn wenn der christliche Glaube alle Kriege verdammen würde, dann wäre den Soldaten doch gesagt worden, sie sollten ihre Waffen auf immer ablegen und sich voll und ganz dem Kriegsdienst entziehen. Tatsächlich sagte Johannes aber: „Tut niemand Gewalt, und erpreßt niemanden, und begnügt euch mit eurem Sold.” (Lukas 3:14).
Alle Obrigkeiten aber müßten sich mit höchstem Fleiß davor hüten, auch nur im allermindesten ihren Begierden zu gehorchen [...] sich [...] nicht von jähem Zorn treiben, nicht vom Haß hinreißen lassen, dürfen nicht in unversöhnlicher Härte glühen, sondern sollen sich [...] in dem Menschen, dessen eigene Missetat sie strafen, doch auch der gemeinsamen menschlichen Natur erbarmen.
Aus dem gleichen Recht der Kriegsführung beruht auch das Recht der Schutzbesatzungen.
Calvin erklärt auch die der Steuern und Abgaben als rechtmäßige Einkünfte der Fürsten, um die öffentlichen Lasten ihres Amtes, aber gleichfalls auch, um den Glanz ihres Hofes zu finanzieren. So sehen wir auch, dass David, Hiskia, Josia, Josaphat und andere Könige gleiches getan haben, ohne Beeinträchtigung ihrer Frömmigkeit. Natürlich müssen die Fürsten auch bedenken, dass ihre Gelder nicht ihr persönliches Eigentum sind, sonder vielmehr dem Volk gehören und daher nicht vergeudet oder verschleudert werden dürfen. Calvin nannte es eine „tyrannische Raubgier”, „das arme Volk ohne Ursache damit zu plagen”. Was er wohl zur Steuerpolitik des modernen Deutschlands sagen würde?
Die Gesetze
Es besteht aus drei Teilen:
- den „sittlichen Weisungen”
- den „Zeremonien”
- den „Rechtssatzungen”.
Das sittliche Gesetz gebietet einfach, Gott in reinem Glauben und reiner Frömmigkeit zu verehren und gleichfalls, die Menschen aufrichtig zu lieben. Dieses sittliche Gesetz ist die wahre ewige Richtschnur der Gerechtigkeit, die den Menschen aller Völker und aller Zeiten vorgeschrieben ist, wenn sie ihr Leben nach Gottes Willen gestalten wollen. Das Zeremonialgesetz was eine unterweisende Erziehung der Juden, bis jene Zeit der Fülle käme (Galater 4:4), zu der er der Erde seine Weisheit völlig offenbaren und die Wahrheit jener Dinge ans Licht bringen wollte, die damals noch mit Bildern andeutungsweise beschrieben wurden. Die die Rechtssatzung war ihnen die bürgerliche Ordnung gegeben. Beides das Zeremonialgesetz wie auch die Rechtssatzung konnte aber von der Frömmigkeit unterschieden werden. Daraus folgt, dass den einzelnen Völkern die Freiheit gegeben ist, die Gesetze zu machen, von denen sie ausgehen, dass sie ihnen Nutzen bringen.
Das Volk = die Christen
Wie Paulus sagt, ist die Obrigkeit „Gottes Dienerin” (Römer 13:4). Daraus erkennen wir, dass wir durch ihre Hand und ihre Hilfe gegen die Bosheit und Ungerechtigkeit der Menschen verteidigt werden und so ein friedliches Leben führen (1. Timotheus 2:2). Wir Christen sollen denen, die uns Unrecht widerfahren lassen, Gutes tun, sollen segnen, die uns fluchen (Matthäus 5:44), und, was unser einziger Sieg ist, danach trachten, das Böse mit Gutem zu überwinden (Römer 12:21).
- Die erste Pflicht der Untertanen ist, vom Amt der Obrigkeit eine höchst ehrerbietende Meinung zu haben (1. Petrus 2:17). „Darum ist es notwendig, untertan zu sein, nicht allein der Strafe wegen, sondern auch des Gewissens wegen” (Römer 13:5). Wir sollen es tun, weil wir Gott selbst den Gehorsam leisten, den wir der Obrigkeit erweisen, weil ja diese ihre Gewalt von Gott hat.
- Die zweite ist nun, der Obrigkeit gegenüber aus freien Stücken ihre Pflicht zu tun. „Jede Seele unterwerfe sich den übergeordneten [staatlichen] Mächten; denn es ist keine [staatliche] Macht außer von Gott, und die bestehenden sind von Gott verordnet. Wer sich daher der [staatlichen] Macht widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes; die aber widerstehen, werden ein Urteil empfangen” (Römer 13:1-2). Ebenso: „Erinnere sie, [staatlichen] Gewalten [und] Mächten untertan zu sein, Gehorsam zu leisten, zu jedem guten Werk bereit zu sein” (Titus 3:1), „Ordnet euch aller menschlichen Einrichtung unter um des Herrn willen: sei es dem König als Oberherrn oder den Statthaltern als denen, die von ihm gesandt werden zur Bestrafung der Übeltäter, aber zum Lob derer, die Gutes tun” (1. Petrus 2:13-14) und schließlich „Ich ermahne nun vor allen Dingen, daß Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit” (1. Timotheus 2:1-2).
Aber bei diesem Gehorsam, der den Weisungen der Regierenden zukommt, ist stets eine Ausnahme zu machen! Nämlich dass er uns nicht von dem Gehorsam gegen den wegführt, dessen Willen schlussendlich jegliches Handeln der Obrigkeit gehorchen muss. Wenn wir zwischen Gottes Gesetz und dem Gesetz des Staates stehen, kann es für uns nur Gottes Gebot geben. In diesem Sinne behauptete Daniel, er habe sich, als er der Verordnung des Königs nicht gehorchte, in keiner Weise gegen den König vergangen (Daniel 6:23). Und zum Abschluss gleiches aus den Worten des Petrus: „Man muß Gott mehr gehorchen als Menschen” (Apostelgeschichte 5:29). So wollen wir also lieber alles Erdenkliche leiden als von der Frömmigkeit weichen.
Ehre sei Gott!
