Institutio IV, Kapitel III
Nun kommen wir zur Ordnung in der die Kirche nach dem Willen des Herrn regiert werden soll. Natürlich steht dabei fest, dass er allein in der Kirche regieren und herrschen soll, die Führung hat und diese durch sein Wort allein ausübt. Aber da er ist ja nicht uns sichtbar gegenwärtig ist, gebraucht er dazu Menschen, um durch ihren Mund sein Werk zu tun – wie auch ein Handwerker ein Werkzeug für seine Arbeit nutzt.
Doch wieso nutzt er dazu uns Menschen? Könnte er es nicht selbst tun, oder Engel dazu abkommandieren? Nun, das hat drei Gründe:
- Weil er uns damit zeigt, wie lieb und wertvoll wir ihm sind, indem er aus den Menschen solche herausnimmt, die seine Boten für die Welt sind.
- Weil es für uns eine Übung der Demut ist, wenn er uns daran gewöhnt seinem Wort zu gehorchen. Man stelle sich vor, Gott würde selbst vom Himmel herabreden. Es wäre doch kein Wunder, dass sein heiliger Wille sofort von allen Menschen angenommen würde. Was für ein Beweis, wie hoch wir ihn achten, ist es dagegen in dieser Form!
- Weil es der Aufrechterhaltung der Gegenseitigen Liebe dient. “Darum heißt es: “Er ist aufgefahren in die Höhe und hat das Gefängnis gefangengeführt und hat den Menschen Gaben gegeben” (Epheser 4:8), “Lasset uns aber rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist, Christus, von welchem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hanget durch alle Gelenke, dadurch eins dem andern Handreichung tut nach dem Werk eines jeglichen Gliedes in seinem Maße und macht, daß der Leib wächst zu seiner selbst Besserung, und das alles in Liebe” (Epheser 4:15-16). Mit diesen Wort zeigt uns der Apostel, dass der Dienst von Menschen, den Gott zur Regierung seiner Kirche benutzt, das wichtigste Band ist, durch das die Gläubigen in diesem Leben zusammengehalten werden.
Was gibt es nun also für verschiedene Ämter in der Kirche? Da nennt uns Paulus
- die “Apostel”,
- die “Propheten”,
- die “Evangelisten”,
- die “Hirten” und
- die “Lehrer” (Epheser 4:11).
Unter diesen haben lediglich die beiden letzten ein regelmäßiges Amt in der Kirche. Die anderen drei er der Herr je nachdem wie es die Zeit erfordert (dabei denke man z.B. an die großen Evangelisten George Whitefield und John Wesley im 18. Jahrhundert). Doch was sind nun genau die Aufgaben dieser Ämter?
Die der Apostel ergibt sich aus dem großen Missionsauftrag: “Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur.” (Markus 16:15). Die Apostel wurden also ausgesandt, um die Welt aus ihrem Abfall zum wahren Gehorsam gegeüber Gott zurückzuführen und um Gottes Reich durch die Predigt des Evangeliums aufzubauen – sozusagen, die Grundsteine zu legen (1. Korinther 3:10).
Propheten sind solche Verkünder von Gottes Willen, die sich durch eine besondere Offenbarung auszeichnen.
Evangelisten stehen den Aposteln zwar an Würde nach, nahmen aber ihre Pflichten in vergleichbarem Maße war (zuzüglich zu oben genannten selbstverständlich noch: Lukas, Timotheus und Titus).
Hirten (Pastoren) sollen für die Einhaltung der Zucht sorgen, die Sakramente verwalten und die Schrift auslegen.
Lehrern hingegen ist lediglich die Auslegung der Schrift zugesehen.
Die Hirten werden von Calvin oft auch als “Bischöfe”, “Älteste”, “Pastoren” und “Diener” bezeichnet, da die Schrift die Ausdrücke miteinander vermischt und all denen, die den Dienst am Wort ausüben, den Titel “Bischof” zuweist. Die “Regierer” (1. Korinther 12:28) sind, so Calvin, Älteste gewesen, die aus dem Volk ausgewählt wurden, um gemeinsam mit den Bischöfen die Aufsicht über die Lebensweise der Gemeinde zu führen und für die Einhaltung der Zucht zu sorgen. Seit Anbeginn hatten Kirchen, jede einzelne von ihnen, also ihren Ältestenrat, der mit frommen, ernsten und heiligen Männern besetzt war. Dieser Rat agierte auch als Gericht über die Laster der Gemeinde.
Für die Fürsorge der Armen werden die “Diakone” beauftragt. Paulus beschreibt jedoch zwei Arten von Diakonen wenn es sagt: “Gibt jemand, so gebe er einfältig. [...] Übt jemand Barmherzigkeit, so tue er’s mit Lust.” (Römer 12:8). Das erste Glied der Diakonie verwaltet also die Almosen, das zweite hat sich der Fürsorge der Armen gewidmet. Von dieser Art waren hauptsächlich Witwen, da Frauen kein anderes öffentliches Amt ausführen können.
Im letzten Teil sollen nun folgende Fragen beantwortet werden: Wer ist für ein Kirchenamt als Diener geeignet? Wie soll man diese Diener einsetzen? Und zum Schluss, von wem werden sie eingesetzt werden sollen.
Wer? Zu Bischöfen soll man nur solche erwählen, die die Doktrinen der Gnade verstehen oder wie Calvin es sagte, “von gesunder Lehre sind”, und die ein heiliges Leben führen (Titus 1:7-8; 1. Timotheus 3:1-7). Mit den Diakonen und Ältesten sieht es ähnlich aus (1. Timotheus 3:8-13).
Wie? Wie es in der Apostelgeschichte heißt, wurde dazu gefastet und gebetet (Apostelgeschichte 14:23), es war also eine ernste Angelegenheit und soll es auch bleiben. Bei der Einsetzung der Person, verwendeten die Apostel keine andere Zeremonie, als die Handauflegung – und zwar nicht von einer ganzen Menge an Menschen, sondern lediglich von den Hrten der jeweiligen Kirche.
Von wem? Die Apostel waren mit keinerlei menschlicher Erwählung, sondern allein mit dem Auftrag Gottes und Christi ausgerüstet. Jedoch geschah die Aufnahme in die Gruppe der Apostel und diw Wahl der sieben Diakone im Beisein und unter der Billigung des Volkes (Apostelgeschichte 15:2-7). Es ergibt sich also, dass nach Gottes Wort die Berufung eines Dieners da rechtmäßig ist, wo auf Grund der einhelligen Meinung und der Billigung des Volkes diejenigen gewählt werden, die als geeignet erschienen sind. Die Leitung aberbei der Wahl sollen andere Pastoren haben.

lieber bruder,
es ist sehr schön das du eine internetseite hast.
aber leider sind diese alten bekenntnisse sehr langweilig
nun erwarte ich keine krimis oder sonstiges
es liegt an dem alten deutschen formulierungen die einfach unlesbar sind
viele grüße
peter
Lieber Peter,
vielen Dank, dass Dir mein Blog gefällt. Als Antwort auf Deinen Kommentar möchte ich Dich auf Sebastian Hecks neuem Artikel auf Lebensquellen verweisen.
Gottes Segen,
Thomas