Institutio III, Kapitel XI
Der Glaube macht uns deshalb gerecht, weil wir die Gerechtigkeit im Evangelium angeboten bekommen und sie nur durch den Glauben auch empfangen können. Somit ist der Einfluss aller Arten an Werken für die Erlösung ausgeschlossen! Dies ist der große Punkt, in dem sich das Christentum von allen heidnischen oder satanischen Religionen unterscheidet!Paulus zeigt uns das an vielen Stellen in der Schrift, eine davon soll hier herausgehoben werden. In der ersten vergleicht der Apostel im Römerbrief Gesetz und Evangelium miteinander und erklärt: die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, richtet sich nach dem Wort: „Welcher Mensch dies tut, der wird dadurch leben.” (Römer 10:5). Die „Gerechtigkeit aus dem Glauben” (Römer 10:6) dagegen verkündet das Heil unter folgender Bedingung: „Denn so du mit deinem Munde bekennst Jesum, daß er der HERR sei, und glaubst in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und so man mit dem Munde bekennt, so wird man selig.” (Römer 10:9-10). Da sieht man es also ganz deutlich, wie der Unterschied zwischen Gesetz und Evangelium sich darin auswirkt, dass das Gesetz die Gerechtigkeit den Werken zuschreibt, das Evangelium sie hingegen aus Gnade schenkt – ohne alle Mitwirkung von Werken!
