“Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr.” (Offenbarung 21,1), so schildert Johannes das Gesehene, nachdem das Gericht ergangen ist über die, welche nicht im Buch des Lebens geschrieben stehen (Offenbarung 20,15) und deshalb ins ewige Feuer geworfen wurden wo sie den zweiten Tod sterben werden (Offenbarung 20,14). Dann erst wird diese Welt im Feuer vergehen. Augustinus berichtet dazu:
Durch diesen Weltbrand also, wie ich ihn genannt habe, werden die unserem vergänglichen Dasein angepaßten Eigenschaften der vergänglichen Elemente im Feuer gänzlich verschwinden, und das Wesen der Dinge wird alsdann Eigenschaften aufweisen, wie sie infolge wunderbarer Umgestaltung einem unsterblichen Leibesdasein entsprechen; es soll eben die zu besserem Dasein erneuerte Welt sich gut anschmiegen den ebenfalls im Fleische zu besserem Dasein erneuerten Menschen.
Was nun jedoch die Aussage “und das Meer ist nicht mehr” zu bedeuten hat, konnte ich weder bei Augustinus, noch in meinen anderen Büchern finden, bin daher an einer Erklärung seitens meiner Leser interessiert. Es wird zwar einen neuen Himmel und eine neue Erde geben, jedoch steht nichts von einem neuen Meer geschrieben.
Und Johannes fährt fort: “Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, bereitet als eine geschmückte Braut ihrem Mann.
Und ich hörte eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß!” (Offenbarung 21,2-5)
Eine wunderbare Veranschaulichung von dem was uns in dieser neuen Welt erwartet gab Dr. James Grier vor einigen Wochen im Metropolitan Tabernacle.
Die Stadt steigt aus dem Himmel herab, weil es Gottes himmlische Gnade ist sie zu schaffen. Doch steigt sie schon seit ihrem Anbeginn aus dem Himmel herab, seitdem sie durch Gottes Gnade durch immer mehr durch den Heiligen Geist wiedergeborene Menschen, den Bürgern der Stadt Gottes, anwächst. Die Herrlichkeit dieser Stadt Gottes wird durch das letzte Gericht Gottes so groß sein, dass keine Reste des alten – unseres jetzigen – von Sünde befleckten Zustandes übrig bleiben. Auch werden unsere Körper aus ihrer bisherigen gebrechlichen Vergänglichkeit in ihre Unsterblichkeit übergehen. Augustinus macht in seinem Gottesstaat klar, dass diese Stadt Gottes nichts mit dem tausend jährigen Reich zu tun hat, da unmissverständlich klar geschrieben steht: “Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein” (Offenbarung 21,4).
Wer wäre so stumpf und durch hartnäckige Rechthaberei verblendet, zu behaupten, daß in den Mühsalen dieses sterblichen Daseins auch nur ein einziger Heiliger, von dem heiligen Volk in seiner Gesamtheit zu schweigen, das irdische Leben je hingebracht hätte oder hinbringen würde ohne Tränen und Schmerz? Im Gegenteil, je heiliger einer ist und je lebhafter sein heiliges Sehnen, um so reichlicher werden bei seinem Gebete die Tränen fließen. Ist es nicht ein Bürger des himmlischen Jerusalems, der die Aussprüche tat: “Meine Tränen sind meine Speise geworden Tag und Nacht” (Psalm 42,3), und: “Ich wasche jede Nacht mein Bett und benetze mit Tränen mein Lager” (Psalm 6,6), und: “Mein Seufzen ist nicht verborgen vor Dir“ (Psalm 38,9)? Sind es nicht die Kinder dieses Jerusalems, die daniedergedrückt seufzen (2. Korinther 5,4), weil sie nicht entkleidet, sondern überkleidet werden wollen, damit das Sterbliche an ihnen vom Leben aufgesogen werde? Sind nicht sie es, die im Besitz der Erstlinge des Geistes innerlich seufzen in Erwartung der Einkindung, der Erlösung ihres Leibes (Römer 8,23)? Und war etwa der Apostel Paulus selbst nicht auch ein himmlischer Jerusalemer oder vielmehr, war er das nicht in viel höherem Maße, da er doch um die Israeliten, seine Brüder dem Leibe nach, große Trauer und beständigen Schmerz in seinem Herzen trug (Römer 9,2-5)?
So wird es in dieser neuen Erde also keinen Tod und auch keine Sünde mehr geben. Solange aber müssen wir uns davon fernhalten auf unseren Glauben und unsere Werke stolz zu sein und Acht geben, dass uns die Demut nicht verlässt. Gleichwie Johannes schreibt: “So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.” (1. Johannes 1,8). Das Studium der Offenbarung in den vergangenen Wochen hat uns viele verschleierte Textpassagen gebracht, um unseren Verstand herauszufordern, nur sehr selten fanden wir Stellen mit einer Klarheit wie sie in weiten Teilen der Heiligen Schrift zu finden sind. Jedoch ist diese eine Stelle, diese herrlich befreienden Worte: “Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein.”, mit solch einer Klarheit über die künftige Welt gefüllt, dass wir wahrscheinlich keine andere Stelle in Gottes Wort finden werden, welche klarer sein wird als diese.
Ich möchte meine Serie über die Endzeit nun mit der Verkündigung über das letzte Gericht durch den Apostel Petrus beenden und hoffe, ich konnte den Leser auf seiner Pilgerreise ein wenig weiter helfen. Ich verabschiede mich jetzt erstmal in den Urlaub. Bis dann und vielen Dank für’s Lesen.
Thomas
“Und wisset aufs erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Schöpfung gewesen ist.
Aber aus Mutwillen wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vorzeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch die dieselben mit der Sintflut verderbt. Also auch der Himmel, der jetztund ist, und die Erde werden durch sein Wort gespart, daß sie zum Feuer behalten werden auf den Tag des Gerichts und der Verdammnis der gottlosen Menschen.
Eins aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß ein Tag vor dem HERRN ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag. Der HERR verzieht nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des HERRN Tag kommen wie ein Dieb in der Nacht, an welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden verbrennen.
So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des HERRN, an welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden! Wir aber warten eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnt.” (2. Petrus 3,3-13).
