Das Erbe der Reformation - Unser Erbe
April 9, 2007 von soulshappiness
Die Zeiten werden rauer. Wir stehen vor großen Herausforderungen. Europa sieht sich einem zunehmend härteren Wettbewerb ausgesetzt, vor allem durch das machtpolitisch ambitionierte China. Doch noch gefährlicher wirkt die Bedrohung von Innen: Ein Europa, dass seine Identität zu vergessen scheint und eine integrationsresistente muslimische Minderheit, die sich aufgemacht hat, die Freiheiten der liberalen Demokratien zu nutzen, um genau diese zum Teil der arabischen Welt zu machen. Doch ist die Geschichte oft unser bester Lehrer!
Warum sollten wir eigentlich noch was von den englischen Puritanern lernen? Weil es genau diese waren, die uns mit all ihren literarischen Werken einen unermesslich Schatz hinterlassen haben, ein Erbe welches in den vergangenen Dekaden endlich wiederentdeckt wurde. Ein Erbe, welches uns die wahrste christliche Doktrin lehrt und uns an unser kulturelles Mandat erinnert.
Der Römerbrief, der Epheserbrief und der 1. Petrusbrief, sie alle zeigen uns wie wir das Evangelium in unserem alltäglichen Leben in drei wichtigen Bereichen anwenden können:
- unsere Stellung in der Kirche,
- unsere Ehen und Familien und
- unsere Stellung in der Welt
Als erstes muss sich unser Leben grundlegend ändern, wir müssen unser Leben in die Hände Christi geben. Unser Kirchenleben mit all seinen Predigten, Bibelstudien und Lobpreisungsfesten soll uns Inspiration sein hinaus in die Welt zu gehen und dort für Gottes Herrlichkeit arbeiten. Dort in der (weltlichen) Welt sollen wir (die Geistlichen) das Salz der Erde und das Licht der Welt sein.
Die Puritaner hielten sich an ihr von Gott gegebenes Mandat “Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht. Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen
bringen, zu eurer Speise. Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so.” (1. Moses 1, 28-30). Der Christ muss sich bemühen perfekt in seinen guten Werken zu werden. Doch während er sich bemüht, wird er merken, dass nur Gott selbst ihm auf dem Weg zur Pefektion helfen kann (Hebräer 13, 21).
Diese guten Werke beinhalten jede Form von Arbeit und Forschung. Jeder Beruf, jede Berufung, sollte in der Auffassung der Puritaner nach biblischen Prinzipien ausgeübt werden. Ein wichtiges Merkmal war für sie, ihre Arbeit aus der Kirche hinaus in die Welt zu orientieren. Max Weber nannte dies “innerweltlich”: Man ist Teil der Welt (nicht mehr abgeschottet in Klöstern) und doch orientiert man sich nur nach Gottes Geboten. Dabei die Balance nicht zu verlieren war und ist eine enorme Herausforderung. Natürlich sollen wir Christen uns in unserer “weltlichen” Gesellschaft engagieren. Wir sollen sie reformieren, unser Bildungssystem, unsere Politik, unsere Wirtschaft, wie wir es schon seit jeher getan haben. Doch nicht komplett von der säkularen Welt assimiliert zu werden war niemals leicht. Hierzu müssen wir uns stets aufs neue in unserem Glauben stärken, in der Familie und der Gemeinde.
Wie ich in einem älteren Beitrag schon einmal schrieb, war es den Puritanern absolut wichtig in ihrer Berufung niemals gegen die Zehn Gebote zu verstoßen. Das bedeutete auch, niemals einen Kunden, Handelspartner, Klienten, etc. zu bestehlen oder betrügen (2. Mose 20; 15-16). Gemeinsam mit dem Vierten Gebot (2. Mose 20; 9) schuf dies die Grundlage für die berühmte puritanische Arbeitsethik, die dann später durch Max Weber als die “protestantische Ethik” berühmt wurde. Das bedeutete, dass die Arbeiter seinem Herrn stets ehrlich seine besten Dienste gab. Und der Arbeitgeber seine Angestellten stets fair behandelte.
Dies ist Teil unseres christlichen Erbes. Es brachte den Puritaner damals Ordnung und Erfülllung in ihrer Gesellschaft und schuf zudem einen beträchtlichen Wohlstand. Das Erbe steht uns immernoch zur Verfügung! Machen wir es uns zu Nutzen!

