Das Achte Gebot
Dezember 8, 2006 von soulshappiness
“Du sollst nicht stehlen.”
Gott will mit diesem Gebot ganz klar unser Eigentum vor dem Dieb schützen. Doch wann stehlen wir eigentlich? Ist nur der ein Dieb, der Portemonnaies aus Handtaschen klaut? Oder der, der im Laden was mitgehen lässt?
Den Diebstahl im großen Stil übersehen wir allzu oft. Auch wenn ich hier abschweifen mag, so bin ich mir sicher, dass Gott den größten organisierten Diebstahl der Geschichte - das permante Kopieren westlicher Produkte in China und anderen asiatischen Ländern - nicht ungestraft lassen wird. Nie wurde so systematisch (geistiges) Eigentum gestohlen wie in unserer Zeit. Lange wird diese Art der Globalisierung schon aus wirtschafltichen Gründen nicht mehr weitergehen können. Europäische und amerikanische Unternehmen subventionieren den Aufstieg Chinas mit ihren IP und verspielen somit ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit und damit unsere Zukunft. Beispiel Transrapid: jahrzehntelange Forschung von Siemens und ThyssenKrupp, Strecke gebaut in China, nur wenig später bringen die Chineses ihre “eigene” Transrapid-Technologie auf den Markt - sieht allerdings dem deutschen täuschend ähnlich. Beispiel Daweo, eine koreanischer Autohersteller, der sich inzwischen über eine chinesische eins zu eins Kopie ärgert. Was Airbus mit seiner Entscheidung, Flugzeuge für den chinesischen Markt in China zu bauen, angerichtet hat, lässt sich ahnen. “Wenn du nun deinem Nächsten etwas verkaufts oder ihm etwas abkaufst, soll keiner seinen Bruder übervorteilen.” (Levitikus, 25, 14).
Und auch eine weitere Art des Diebstahls bleibt oft ungeachtet: der Diebstahl an uns selbst. Bitte wie? Ganz genau, denn der bestiehlt sich, der sich selbst seinem Geiz unterwirft. Er bestiehlt sich selbst der nötigen Dinge. “Da ist einer, dem Gott Reichtum, Güter und Ehre gegeben hat, und es magelt ihm an nichts, was sein Herz begehrt; aber Gott gibt ihm doch nicht Macht, es zu genießen, …” (Prediger 6, 2). Und auch der Faule, der Untätige und Träge ist ein Dieb an sich, denn er raubt sich selbst seinem kostbarsten Gut - seiner Lebenszeit, die Gott ihm gegeben hat, um für seine Erlösung zu arbeiten. Dies soll unsere höchste Aufgabe sein, hängt doch von ihr unsere Ewigkeit in Gottes Reich ab.

