Das Siebte Gebot
Dezember 3, 2006 von soulshappiness
Ein Blick auf die Statistiken zeigen mir, dass ich schon einige interessierte Leser habe die sich mit reformierter Theologie, fernab vom Blog-Mainstream, auseinandersetzen. Ich möchte Gott danken, dass ich scheinbar nicht der Einzige bin, der so denkt. Sofern ihr meine lieben Brüder und Schwestern Fragen habt oder einfach mal eure eigenen Gedanken kundtun wollt, emailt mir an london_puritan@web.de.
Heute hatte ich das Glück eine herrliche Predigt über den Kolosserbrief zu hören. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber wenn ich die Briefe des Paulus lese, kommt er mir recht arrogant rüber. Dabei zeugt dieser Stil nur von der Stärke und religiösen Überzeugung Pauli. Im Brief an die Kolosser heisst es nun: “Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf der Erde ist.” (Kolosser 3, 2) und weiter heisst es: “So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht, die Götzendienst ist.” (Kolosser 3, 5). Sofort erkennt man, dass die heutige Predigt also vom dem selben Thema handelte wie das Siebte Gebot: “Du sollst nicht ehebrechen.”
Die Summe dieses Gebotes ist die Bewahrung der körperlichen Einheit - zwischen Frau und Mann. Was wir daraus als Voraussetzung nehmen sollen ist: ‘Jeder soll seine eigene Frau haben und jede Frau ihren eigenen Mann’ (1. Korinther 7, 2). “Die Ehe soll in Ehre gehalten werden bei allen und das Ehebett unbefleckt; denn die Unzüchtigen wird Gott richten.” (Hebräer 13, 4). Gott hatte die Ehe schon im Paradies geschaffen - und da ist nicht mehr viel über, was uns sonst noch geblieben ist. Auch Jesus ehrte die Ehe. Tatsächlich tat Jesus sein erstes Wunder auf einer Hochzeitsparty - er verwandelte Wasser in Wein (Johannes 2, 7-11).
Wie ich schon sagte, die Ehe ist eines der wenigen Dinge, die uns vom Paradies noch geblieben sind. Doch ein Blick in die Zeitung oder sämtliche Klatschmagazine genügt, um zu sehen, dass die heilige Liebe seit dem Sündenfall zu purer Begierde verkommen ist. Begierde ist das Fieber der Seele. Das bedeutet nicht, dass man kein erfülltes Sexleben haben darf. Sex unter Ehepartnern ist ein Zeichen um sich gegenseitig seine Liebe zu zeigen, und nicht um seine primitiven Triebe zu befriedigen. Vor nun fast fünf Jahren hat Gott mir meine Frau geschenkt (und ihr ihren Mann). Seitdem ist kein Tag vergangen, an dem ich dem HERRN nicht für sie und ihrer Liebe zu mir danke. Und doch bin ich auch nur ein Sünder und bete zu ihm, dass er mich der Teufel niemals in Versuchung führen mag. Denn Ehebruch manifestiert sich nicht nur körperlich, sondern auch mental. “Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.” (Matthäus 5, 28).
Hiob nennt Ehebruch eine ‘Schandtat’ (Hiob 31, 11). Wie Watson richtig sagte, ist nicht jeder Fehler ein Verbrechen, und nicht jedes Vebrechen eine Schandtat, aber Ehebruch ist eine Schandtat! Wieso? Weil wir unserem Partner in der Gegenwart Gottes ein Versprechen gegeben haben. Wir betrügen also nicht nur unseren Partner, sondern wir betrügen auch Gott. Wieso begeben wir uns auf diesen dunklen Pfad, wenn wir mit einem reinen Herzen doch erkennen können, dass Ehebruch vollkommen unnütz ist? Sämtliche Bücher, Seminare und Kurse die sich mit Ehekrisen befassen (so löblich sie sind) haben ihre Existenzberechtigung doch in der Triebhaftigkeit des Zeitgeistes. “Wir sind niemandem Rechenschaft schuldig, nur uns!” Falsch! Wir vergessen Gott dabei. Der Ehebrecher/die Ehebrecherin zieht nicht nur Gottes Zorn auf sich, sondern zerstört auch die Liebe und die Geborgenheit - die zwei schönsten Blüten der Familie.

