Das Vierte Gebot
November 20, 2006 von soulshappiness
“Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.” Mal ehrlich, kein Gebot Gottes wird systematisch so umgangen, wie das Sabbat-Gebot. Hier in England kann man denn auch am Sonntag zum shoppen gehen - wenn auch nur zwischen 11Uhr und 17Uhr. Wenn ein Atheist oder Muslim den Service in Anspruch nimmt, seh ich das zwar nicht gern, aber muss es akzeptieren. Ganz anders steht’s allerdings um Christen - und da kann ich mich nicht ausschließen. Dieses Gebot hat Gott seinem Volk durch Mose übergeben und wir nutzen den Sonntag nun für Einkäufen, Kino, oder einfach mal um die ganze Hausarbeit zu machen. Gott sagte “Gedenke des Sabbattages”, was uns zeigt, dass sich Gott im Klaren ist, dass wir den Sabbat gerne vergessen. Der Zweck des Sonntags ist von unserer Arbeit zu ruhen und gewissenhaft unserer religiösen Pflichten nachzugehen.
Gott hat uns sechs Tage gegeben, um der Arbeit unseres Berufes nachzugehen und hat sich selbst lediglich diesen einen Tag genommen. Es ist deswegen nur gerecht und auch rational, dass wir diesen Tag in einer speziellen Art und Weise dazu nutzen sollten, um Gott zu dienen.
- Der Sonntag wird von den Puritanern “der Feiertag der Seele” genannt. An ihm wirkt die Gnade in uns: an den anderen Tagen sind wir mit den weltlichen Dingen beschäftigt, an diesem Tag geht es um den Himmel. Der HERR offenbart sich der Seele des Christen an diesem Tag gewöhnlich mehr als sonst. Christus tat die meisten seiner Wunder am Sabbat, und so macht er es heute noch wenn Herzen aus Stein lebendig werden.
- “Sechs Tage sollst du arbeiten”. Nix is mit 35 Stunden Woche. Es ist für den gläubigen Christen eine Pflicht sechs Tage zu arbeiten, genauso wie es eine Pflicht ist die heilige Ruhe am siebten Tag zu halten. Wer sich näher mit dem protestantischen Arbeitsethos beschäftigen will, dem sei der Klassiker von Max Weber Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus ans Herz zu legen. In seinem 1905 erschienenen Werk erklärt Weber den Zusammenhang zwischen dem Protestantismus, im speziellen den Puritanern, und dem wirtschaftlichen Erfolg.
Ein Christ darf sich nicht nur auf das Himmelreich konzentrieren, sondern auch auf seine Berufung (engl.: calling) - seinem Beruf. Frömmigkeit schließt Fleiß nicht aus. In meinem Umfeld arbeitet man etwa 60 bis 70 Stunden die Woche. Es gilt keine Zeit zu verlieren, denn (Achtung Phrasendrescher!) Stillstand bedeutet Rückschritt. Ein wunderbares Zitat von Thomas Watson dazu lautet: “Die Sonne zieht ihre Kreise, die Quellen sprudeln und das Feuer lodert”. Alles tut wozu es von Gott bestimmt wurde. Salomon schickt uns zu den Ameisen, um von ihnen zu lernen. “Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh an ihr Tun und lerne von ihr!” (Sprüche 6, 6). Die Biene sah auch Watson schon als Paradebeispiel des Fleißes, einige machen den Honig, andere bearbeiten das Wachs, andere formen die Wabe, andere wiederrum stellen die Wachposten am Eingang des Bienenstocks. “Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du gekommen bist” (Genesis 3, 19). Im Matthäus Evangelium findet sich eine sehr eindrückliche Geschichte dazu, die von den anvertrauten Zentnern. Weil das Thema nicht nur unsere Seele betrifft und insbesondere in der globalisierten Welt so wichtig ist, will ich hier das gesamte Stück bloggen.
“Denn es ist wie mit einem Menschen, der außer Landes ging: Er rief seine Knechte und vertraute ihnen sein Vermögen an; dem einen gab er fünf Zentner Silber, dem anderen zwei, dem dritten einen, jedem nach seiner Tüchtigkeit, und zog fort. Sogleich ging er hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und handelte mit ihnen und gewann weitere fünf dazu. Ebenso gewann der, der zwei Zentner empfangen hatte, zwei dazu. Der aber einen empfangen hatte, ging hin, grub ein Loch in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn.
Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte und forderte Rechenschaft von ihnen. Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte weitere fünf Zentner dazu und sprach: Herr, du hast mir fünf Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit weitere fünf Zentner gewonnen. Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!
Da trat auch herzu, der zwei Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit zwei weitere gewonnen. Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über vieles setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!
Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist: Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast; und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in der Erde. Siehe, da hast du das Deine. Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe? Dann hättest du mein Geld zu den Wechslern bringen sollen, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen. Darum nehmt ihm den Zentner ab und gebt ihn dem, der zehn Zentner hat. Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden. Und den unnützen Knecht werft in die Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappern. (Matthäus 25, 14-30) - Daher, arbeitet hart und haltet den Sabbat heilig. Steht sonntags früh auf, denn Christus stand früh auf, bevor die Sonne aufging. (Johannes 20, 1). Er stand früh auf, um uns zu retten. Sollen wir nicht auch früh aufstehen, um ihn zu preisen?
- Doch wie sollen wir den Sabbat begehen? Wie sollen wir uns auf ihn vorbereiten?
* Durch das Lesen der Bibel. Das Wort leistet einen großen Beitrag daran unsere Herzen zu heiligen. Lest die Bibel nicht einfach wie einen Roman, sondern lest sie gewissenhaft; betrachtet sie als einen Heilsbrunnen - als das Buch des Lebens.
* Durch Meditation, denn sie lässt die Seele in sich selbst ruhen und unser Herz zu Gott aufsteigen. Meditieren ist meines Erachtens nach der beste Weg, um einen Sonntagmorgen zu begehen.
* Durch beten: “Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.” (Matthäus 6, 6) Betet, dass Gott mit euch sein möge! Betet, dass das heilige Wort eure demütigen Herzen erreichen möge! Doch sollen wir dabei nicht vergessen auch für andere zu beten. Betet für all die verlorenen Seelen, auf dass sie wieder zu Jesus Christus finden.

